Debating mit Modellcharakter

Berufsverband lädt Debater vom FAG ein

Vaihingen (hw/my) Für die Debater vom Friedrich-Abel-Gymnasium wurde Wirklichkeit, was sich so mancher Schüler insgeheim wünscht: Einmal vor lauter Lehrern stehen und diesen etwas beibringen! Dieser Traum erfüllte sich für das Debating-Team vom FAG, weil die Schülerinnen und Schüler aus Vaihingen im vergangenen Jahr in einem Feld von 100 Teams in Deutschland den dritten Platz belegen konnten. Deshalb wurden sie nun vom Berufsverband Englisch und Mehrsprachigkeit zu einer Show-Debatte nach Karlsruhe eingeladen.

Das Debating rückt immer mehr in das Interesse der Englischlehrer, weil Debater das können, was alle Abiturienten ab dem Abijahr 2013 in der Kommunikationsprüfung Englisch zeigen müssen: ein Thema schnell erfassen und dann kontrovers diskutieren.

Marie-Kristin Stäub, Nikolai Girschewski, Frederike Reuter und Anne Lendl zeigten den Lehrern anhand des Themas „ All countries should have the right to do nuclear research“, was alles für eine gute Debatte nötig ist. Erst einmal muss man sich informieren. Das hieß bei diesem Thema zu wissen, was die IEAE und was CERN ist, was im Atomwaffensperrvertrag steht und was es mit den Konflikten im Irak, Iran und in Nordkorea auf sich hat. Aber es reicht nicht aus, Sachverstand zu zeigen, sondern man muss auch ein Modell entwickeln, wie man seine Pläne umsetzen kann. Für Frederike, Marie-Kristin und Nikolai hieß das, ein Gegenmodell darzustellen, wie in der Welt Nuklearforschung funktionieren soll, wenn nicht jedes Land das Recht hat zu forschen. Kompliziert? Die Lehrer der Fortbildung waren sehr beeindruckt vom großen Wissen und der hohen sprachlichen Kompetenz der Sprecher, die nicht nur ihre Reden hielten, sondern auch auf Zwischenrufe schnell und kompetent reagierten.

„Was ist das Spannendste am Debating?“, wollten die Lehrer hinterher wissen.
„Es sind die vielen verschiedenen Themen, mit denen man sich beschäftigen muss. Das führt zu einer großen Allgemeinbildung“, sagte Nikolai. „Und das Englisch?“, war die nächste Frage. „Das ist bei uns im Debating ganz normal“, meinte Marie-Kristin. Und sonst? „Die Gemeinschaft des Teams, das sich über die Jahre trifft“, fasste Tobias, ein Ex-FAG-Debater, der jetzt in Karlsruhe studiert und als Fan gekommen war, seine Debater-Jahre zusammen.

Ob die Lehrer jetzt wohl an vielen Schulen neue Teams ins Leben rufen werden? Eines haben sie auf jeden Fall verstanden: Neben dem Spaß ist Debating auch ganz viel Arbeit.

Debater in KarlsruheDebater in Karlsruhe

Foto: Tobias (Ex), Marie-Kristin, Nikolai, Frederike, Anne